Häufige Fütterungsfehler bei herzkranken Hunden

Die Behandlung von Herzerkrankungen bei Hunden erfordert einen vielschichtigen Ansatz, und die richtige Ernährung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Viele Besitzer machen bei herzkranken Hunden unabsichtlich häufige Fütterungsfehler, die den Zustand ihres Tieres verschlechtern können. Wenn Sie diese Fallstricke verstehen und geeignete Ernährungsstrategien umsetzen, können Sie die Lebensqualität und den allgemeinen Gesundheitszustand Ihres Hundes deutlich verbessern.

Die Bedeutung der Ernährung bei Herzerkrankungen bei Hunden

Die richtige Ernährung ist für herzkranke Hunde entscheidend, da sie zur Blutdruckkontrolle, zur Reduzierung von Flüssigkeitsansammlungen und zur Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts beitragen kann. Eine gut abgestimmte Ernährung kann das Herz entlasten und die Herz-Kreislauf-Funktion insgesamt verbessern. Sie ist keine Heilung, sondern eine unterstützende Therapie, die die tierärztliche Behandlung ergänzt.

Bestimmte Nährstoffe wie Natrium, Taurin und L-Carnitin spielen eine wichtige Rolle für die Herzgesundheit. Die Einschränkung der Natriumzufuhr ist unerlässlich, um einer Flüssigkeitsüberladung, einer häufigen Komplikation von Herzerkrankungen, vorzubeugen. Weitere Nährstoffe unterstützen die Herzmuskelfunktion und die Energieproduktion.

Die Beratung durch Ihren Tierarzt oder einen zertifizierten Tierernährungsberater ist entscheidend, um einen individuellen Ernährungsplan zu entwickeln. So stellen Sie sicher, dass Ihr Hund die richtige Nährstoffmischung erhält, die auf seine individuellen Bedürfnisse und das Stadium seiner Herzerkrankung abgestimmt ist.

Häufige Fütterungsfehler, die Sie vermeiden sollten

1. Hohe Natriumaufnahme

Einer der schwerwiegendsten Fehler ist die Fütterung von Hunden mit natriumreichem Futter für Herzkrankheiten. Übermäßiger Natriumgehalt kann zu Flüssigkeitseinlagerungen führen, die die Herzbelastung erhöhen und möglicherweise eine Herzinsuffizienz verursachen oder verschlimmern.

Vermeiden Sie es, dem Futter Ihres Hundes Salz hinzuzufügen, und lesen Sie die Etiketten von handelsüblichem Hundefutter und Leckerlis sorgfältig durch. Achten Sie auf „natriumarme“ oder „natriumreduzierte“ Optionen. Seien Sie vorsichtig bei Inhaltsstoffen wie Natriumchlorid, Mononatriumglutamat (MSG) und Dinatriumphosphat.

Selbst scheinbar gesunde Leckerlis wie Trockenfleisch oder verarbeitetes Fleisch können überraschend viel Natrium enthalten. Entscheiden Sie sich für selbstgemachte Leckerlis oder solche, die speziell für Hunde mit Herzerkrankungen entwickelt wurden.

2. Überfütterung und Fettleibigkeit

Übergewicht belastet das Herz zusätzlich. Überfütterung Ihres Hundes, selbst bei herzgesunder Ernährung, kann zu Gewichtszunahme führen und seinen Zustand verschlimmern. Ein gesundes Körpergewicht ist für die Herz-Kreislauf-Gesundheit unerlässlich.

Messen Sie das Futter Ihres Hundes sorgfältig ab. Beachten Sie dabei die Empfehlungen auf der Verpackung oder die Empfehlungen Ihres Tierarztes. Passen Sie die Portionsgröße an das Aktivitätsniveau und die Gewichtsveränderungen Ihres Hundes an.

Regelmäßige Bewegung, sofern sie dem Zustand Ihres Hundes entspricht, kann ebenfalls dazu beitragen, ein gesundes Gewicht zu halten. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach sicheren Bewegungsmöglichkeiten für Ihren Hund.

3. Essensreste füttern

Essensreste enthalten oft viel Natrium, Fett und Kalorien und sind daher für Hunde mit Herzerkrankungen ungeeignet. Sie können auch für Hunde giftige Zutaten wie Schokolade, Zwiebeln und Knoblauch enthalten.

Widerstehen Sie dem Drang, Ihre Mahlzeiten mit Ihrem Hund zu teilen. Schon kleine Mengen Essensreste können zu Gewichtszunahme und Natriumüberladung beitragen. Lehnen Sie höflich ab, wenn Gäste Ihrem Hund Futter anbieten.

Bieten Sie Ihrem Hund stattdessen in Maßen gesunde, hundefreundliche Leckerlis an. Karotten, Äpfel (ohne Kerne) und grüne Bohnen sind gute Optionen, aber fragen Sie immer zuerst Ihren Tierarzt.

4. Unzureichender Taurin- und L-Carnitin-Spiegel

Taurin und L-Carnitin sind Aminosäuren, die eine entscheidende Rolle für die Herzmuskelfunktion spielen. Einige Hunde mit bestimmten Herzerkrankungen können von einer Ergänzung mit diesen Nährstoffen profitieren.

Dilatative Kardiomyopathie (DCM) ist eine Herzerkrankung, bei der der Herzmuskel geschwächt und vergrößert wird. Bestimmte Rassen, wie Dobermann-Pinscher und Deutsche Doggen, neigen zu DCM und können von einer Taurin- und L-Carnitin-Ergänzung profitieren.

Allerdings benötigen nicht alle Hunde mit Herzerkrankungen diese Nahrungsergänzungsmittel. Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob Ihr Hund von Taurin und L-Carnitin profitieren würde.

5. Unzureichende Proteinzufuhr

Obwohl eine Natriumbeschränkung wichtig ist, wird eine starke Proteinbeschränkung bei Hunden mit Herzerkrankungen im Allgemeinen nicht empfohlen, es sei denn, Ihr Tierarzt empfiehlt dies ausdrücklich aufgrund gleichzeitiger Nierenprobleme. Ausreichend Protein ist für den Erhalt der Muskelmasse und die allgemeine Gesundheit unerlässlich.

Muskelschwund, auch Herzkachexie genannt, kann bei Hunden mit fortgeschrittener Herzerkrankung auftreten. Eine ausreichende Proteinzufuhr kann helfen, den Muskelschwund zu verhindern oder zu verlangsamen.

Wählen Sie hochwertige Proteinquellen wie mageres Fleisch, Geflügel und Fisch. Besprechen Sie die geeignete Proteinmenge mit Ihrem Tierarzt, um sicherzustellen, dass sie den individuellen Bedürfnissen Ihres Hundes entspricht.

6. Dehydration

Für Hunde mit Herzerkrankungen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unerlässlich. Dehydration kann das Blut verdicken und das Herz dadurch zusätzlich belasten. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund jederzeit Zugang zu frischem, sauberem Wasser hat.

Achten Sie auf die Wasseraufnahme Ihres Hundes, insbesondere bei heißem Wetter oder nach dem Sport. Wenn Ihr Hund nicht trinkt, bieten Sie ihm aromatisiertes Wasser an oder geben Sie Wasser zum Futter hinzu.

Beachten Sie, dass einige Medikamente, wie z. B. Diuretika, den Wasserverlust erhöhen können. Ihr Tierarzt empfiehlt Ihnen möglicherweise, die Wasseraufnahme Ihres Hundes entsprechend der Medikamenteneinnahme anzupassen.

7. Ignorieren tierärztlicher Empfehlungen

Der größte Fehler besteht vielleicht darin, die spezifischen Ernährungsempfehlungen Ihres Tierarztes zu ignorieren. Jeder Hund hat einen individuellen Zustand, und ein maßgeschneiderter Ernährungsplan ist für eine optimale Behandlung unerlässlich.

Befolgen Sie die Anweisungen Ihres Tierarztes bezüglich Futterart, Portionsgröße und Fütterungsplan sorgfältig. Nehmen Sie keine Änderungen an der Ernährung Ihres Hundes vor, ohne vorher Ihren Tierarzt zu konsultieren.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Tierarzt sind unerlässlich, um die Fortschritte Ihres Hundes zu überwachen und den Ernährungsplan bei Bedarf anzupassen. Besprechen Sie unbedingt alle Bedenken oder Fragen zur Ernährung Ihres Hundes.

Ernährungsempfehlungen für Hunde mit Herzerkrankungen

Die ideale Ernährung für einen Hund mit Herzerkrankungen ist typischerweise natriumarm, proteinarm und enthält ausreichend Taurin und L-Carnitin. Sie sollte außerdem leicht verdaulich und schmackhaft sein, um eine ausreichende Nahrungsaufnahme zu fördern.

Handelsübliche Diäten, die speziell für Hunde mit Herzerkrankungen entwickelt wurden, sind oft die beste Lösung. Diese Diäten sind sorgfältig ausgewogen, um den spezifischen Ernährungsbedürfnissen von Hunden mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen gerecht zu werden. Ihr Tierarzt kann Ihnen eine geeignete Marke und Rezeptur empfehlen.

Wenn Sie lieber selbst zubereitete Mahlzeiten für Ihren Hund zubereiten möchten, arbeiten Sie eng mit einem zertifizierten Tierernährungsberater zusammen, um eine vollständige und ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Dies ist wichtig, um Nährstoffmängel oder -überschüsse zu vermeiden, die der Gesundheit Ihres Hundes schaden könnten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind die Anzeichen einer Herzerkrankung bei Hunden?

Häufige Anzeichen sind Husten, Atembeschwerden, Müdigkeit, verminderter Appetit, Gewichtsverlust und ein geschwollener Bauch. Wenn Sie eines dieser Anzeichen bemerken, wenden Sie sich sofort an Ihren Tierarzt.

Können Herzkrankheiten bei Hunden geheilt werden?

Leider sind die meisten Herzerkrankungen bei Hunden nicht heilbar. Mit der richtigen Behandlung, einschließlich Medikamenten und Ernährungsumstellung, können viele Hunde jedoch ein angenehmes und relativ normales Leben führen.

Gibt es bestimmte Hunderassen, die anfälliger für Herzkrankheiten sind?

Ja, bestimmte Rassen neigen zu bestimmten Herzerkrankungen. So neigen beispielsweise Dobermann-Pinscher und Deutsche Doggen zu dilatativer Kardiomyopathie (DCM), während Cavalier King Charles Spaniels anfällig für Mitralklappenerkrankungen sind.

Wie oft sollte ich mit meinem Hund zur Untersuchung zum Tierarzt gehen, wenn er eine Herzerkrankung hat?

Die Häufigkeit der tierärztlichen Untersuchungen hängt vom Schweregrad der Erkrankung Ihres Hundes und den Empfehlungen Ihres Tierarztes ab. Anfangs können häufigere Untersuchungen erforderlich sein, um das Ansprechen auf die Behandlung zu überwachen. Sobald sich der Zustand Ihres Hundes stabilisiert, können alle 3-6 Monate Kontrolluntersuchungen erfolgen.

Kann ich meinem Hund Herzmedikamente für Menschen geben?

Nein! Geben Sie Ihrem Hund niemals Medikamente für Menschen, ohne vorher Ihren Tierarzt zu konsultieren. Medikamente für Menschen können für Hunde giftig sein, und die Dosierung kann falsch sein. Verwenden Sie immer Medikamente, die Ihr Tierarzt speziell für Ihren Hund verschrieben hat.

Indem Sie diese häufigen Fütterungsfehler vermeiden und eng mit Ihrem Tierarzt zusammenarbeiten, können Sie Ihrem herzkranken Hund die bestmögliche Versorgung bieten. Denken Sie daran, dass die Ernährung ein entscheidender Faktor bei der Behandlung dieser Erkrankung ist. Eine fundierte Entscheidung kann das Wohlbefinden Ihres Hundes deutlich verbessern.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Nach oben scrollen
panira ripesa spelka dicesa flarya hottya